Familie Berg
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Dressur

Ziel jeder reiterlichen Ausbildung ist die Harmonie von Reiter und Pferd. Dressurreiten ist mehr als das Absolvieren und Präsentieren von Lektionen und Figuren. Die natürlichen Veranlagungen des Pferdes werden durch gymnastische Übungen gefördert und verfeinert und dienen im besten Sinne der Gesunderhaltung des Pferdes. Das Dressurreiten hat zum Ziel, das Pferd mit minimalen Signalen („Hilfen“) zum Ausführen der gewünschten Aufgabe („Lektion“) zu veranlassen, ihre Vollendung ist die Hohe Schule.

Auf Turnieren werden Reiter und Pferde in Dressuraufgaben mittels einer Wertnote von 0 (nicht gezeigt) bis 10 (ausgezeichnet) bewertet. Es wird entweder eine Note für die gesamte Aufgabe vergeben oder eine Gesamtnote, die sich aus separaten Noten für jede einzelne Lektion der Aufgabe ergibt. Die Prüfungen werden auf einem genormten Dressurviereck einzeln oder in kleinen Gruppen durchgeführt und von bis zu 5 Richtern gemeinsam oder einzeln bewertet.

Die Dressuraufgaben bestehen aus einer bestimmten Anzahl von Lektionen, die in einer bestimmten Reihenfolge oder, in einer Kür, auch mit Musikuntermalung in frei gewählter Abfolge gezeigt werden. Das Pferd bewegt sich dabei in den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auf geraden und gebogenen Linien (Bahnfiguren), vorwärts, seitwärts oder auch rückwärts. In den höheren Disziplinen der Dressur werden kompliziertere Bewegungsabläufe gezeigt. (Traversale, Passage, Piaffe, Galopp-Pirouette etc.) Es werden der Sitz und die Hilfengebung des Reiters, die Bewegung und die Rittigkeit des Pferdes und die Korrektheit in der Ausführung der verlangten Lektionen bewertet. Heute sind weltweit Frauen im Dressursport führend. Deutschland ist seit Jahrzehnten auch auf Grund seiner Erfolge in der Pferdezucht dominierend im Dressursport; es ist eine der erfolgreichsten Sportarten, in der deutsche Sportler international antreten.

Springen

Springreiten ist eine Disziplin des Pferdesports, bei dem Pferd und Reiter einen aus mehreren Hindernissen bestehenden Parcours in einer festgelegten Reihenfolge ohne Abwürfe überwinden. Dabei benötigen Reiter und Pferd Schnelligkeit, die richtige Technik und vor allen Dingen Mut. Die besondere Aufgabe beim Springreiten besteht darin, ein Pferd so an den Sprung heran zu reiten, dass das Pferd beim Absprung eine optimale Flugkurve entwickeln kann. Der deutsche Springsport zählt international zu den erfolgreichsten Disziplinen im Pferdesport.

Als Vorübung zum Springreiten dient u.a. die Stangenarbeit und Sprungreihen. Während junge Pferde meist, nach ersten Überzeugungen das Pferd über ein Hindernis zu bekommen, noch sehr vertrauensvoll und willig über kleinere Sprünge springen, können Pferde durch eine falsche Reittechnik sehr schnell springunfreudig gemacht werden, man sagt dann, diese Pferde seien "sauer".

Bei den Hindernissen kann es sich um Steilsprünge (Rick, Mauer), Hochweitsprünge (Oxer, Doppelrick, Trippelbarren), Gräben (Wassergraben) und Wälle handeln. Hindernisse können einzeln, als Distanzen oder als Kombinationen mehrerer Einzelhindernisse auftreten. Bei Turnieren sind je nach Klasse verschiedene Mindest- und Höchstmaße zugelassen.

Es gibt verschiedene Arten von Springprüfungen:

Springprüfung nach Fehler/Zeit

Für das Abwerfen von Hindernisteilen (Reißen = 4 Strafpunkte), das Stehen bleiben (Verweigern = 4 Strafpunkte) und das Überschreiten der erlaubten Zeit (= 1/4 Strafpunkt (national)und 1 Strafpunkt (international) pro angefangene Sekunde) werden Strafpunkte vergeben. Gewonnen hat der Reiter mit der geringsten Fehlerzahl, bei Gleichheit entscheidet die kürzere Zeit oder ein Stechen über einen verkürzten Stechparcours.

Zeitspringen

Beim Zeitspringen gewinnt der Reiter mit der schnellsten Zeit, Abwürfe werden mit Zeitstrafen belegt, Verweigerungen bestrafen sich durch die benötigte Zeit des erneuten Anreitens.

Stilspringen

Beim Stilspringen wird der Reiter mit einer Wertnote von 0 bis 10 beurteilt. Für Hindernisfehler (Abwürfe) gibt es 0,5 Punkte Abzug sowie 1,0 Punkte für die ersten beiden Verweigerungen, die dritte Verweigerung führt zum Ausschluss.

Springpferdeprüfung

Im Rahmen einer Springpferdeprüfung wird die Ausbildung und Eignung eines jungen Pferdes für den späteren Einsatz in Springprüfungen beurteilt. Die Pferde kriegen eine Note von 0-10.

Mächtigkeitsspringen

Bei Mächtigkeitsspringen werden nur ca. 3 Hindernisse überwunden, eines davon meistens eine Mauer, deren Höhe nach jedem fehlerlosen Überwinden erhöht wird.

Vielseitigkeit

Eine Vielseitigkeitsprüfung setzt sich aus den drei Disziplinen Dressur, Geländeritt und Parcoursspringen zusammen. Hinzu kommt eine Verfassungsprüfung, bei der geprüft wird, ob das Pferd nach dem Geländeritt unverletzt ist, der Ruhepuls innerhalb einer begrenzten Frist wieder erreicht wird und keine Dehydrierung eingetreten ist. Bei großen internationalen Prüfungen gibt es noch zusätzlich eine erste Verfassungsprüfung, die vor der dem Teilbereich Dressur stattfindet. Besteht ein Pferd eine der beiden Verfassungsprüfungen nicht, ist es aus dem Wettbewerb ausgeschlossen. Gewonnen hat das Paar, das nach absolvieren aller drei Teildisziplinen die geringste Fehlerpunktzahl erreicht hat.

Die in der Vielseitigkeit gestellten Anforderungen in Dressur und Springen liegen unter denen der Spezialisten vergleichbarer Leistungsklassen. Dies berücksichtigt das andere Leistungsprofil, das an Vielseitigkeitspferde gestellt wird. So sind beispielsweise die Springparcours weniger technisch, die enthaltenen Hindernisse nicht höher als 1,25m und die Distanzen zwischen den Sprüngen weiter, da die Pferde für den Geländeritt auf einen größeren Galoppsprung trainiert werden müssen. Zudem ist bei festen Hindernissen die Berührung desselben kein Problem, während dies im Parcoursspringen zu Abwürfen führt. Bei Prüfungen der höchsten Schwierigkeit in der Vielseitigkeit liegen sie auf dem Niveau mittlerer Dressur- und Springaufgaben der Spezialisten (Klasse M). Jedoch werden von Reiter und Pferd eine deutlich höhere Kondition und Ausdauer vorausgesetzt.

Die Dressur wird einzeln geritten und ist stets der Auftakt einer Vielseitigkeitsprüfung. Gewertet wird nach dem in der Spezialdisziplin Dressur üblichen Wertnotenmodus, allerdings wird das Endergebnis in Strafpunkte umgerechnet. Sie bilden den Grundstock für die weitere Berechnung.

Traditionell ist die zweite Teilprüfung einer Vielseitigkeitsprüfung der Geländeritt über eine mit Naturhindernissen verschiedener Art ausgestattete Querfeldeinstrecke (Q-Strecke, Cross Country Course). Der Geländeritt ist in einer vorgegebenen Zeit zu absolvieren, das Überschreiten dieses wird mit Strafpunkten geahndet. Strafpunkte gibt es auch für Verweigerungen oder "gefährliches Reiten". Der Sturz eines Pferdes oder Sturz eines Reiters führt zum sofortigen Ausschluss.

Das Parcoursspringen, dem in der Regel eine Verfassungsprüfung vorangeht, entspricht den Regeln der Spezialdisziplin Springen. Auch hier können Strafpunkte für Abwürfe, Stürze und Verweigerungen sowie für Zeitüberschreitung hinzukommen. Sieger ist am Ende derjenige Teilnehmer mit der geringsten Strafpunktzahl.

Die Gesamtwertung einer Vielseitigkeit erfolgt nach Fehlerpunkten. Das Dressurergebnis wird in einen Fehlerwert umgerechnet, wobei niedrigere Werte ein besseres Ergebnis bedeuten. Hinzu kommen jeweils Hindernis- und Zeitfehler aus Gelände und Springen, wobei Hindernisfehler im Gelände mit 20 Fehlern und mehr (z.B. für gefährliches Reiten) angerechnet werden, im Springen jedoch nur mit 4. Ein Überschreiten der vorgegebenen Zeit beim Absolvieren der Geländestrecke führt zu Strafpunkten, ein Unterbieten jedoch nicht zu Pluspunkten, sondern lediglich zu erhöhter Ermüdung von Reiter und Pferd. Fehler oder auch Stürze zählten früher für die Wertung innerhalb ausgewiesener Zonen um Hindernispassagen der Geländestrecke, nicht jedoch außerhalb dieser. Nach neuerem Reglement zählen solche Fehler und Stürze, die im Zusammenhang mit dem Hindernis erfolgen. Ein Sturz des Pferdes im Zusammenhang mit einem Hindernis führt bei internationalen Prüfungen zu dessen Schutz zum sofortigen Ausschluss.

Bei den Geländehindernissen sind die reinen zu überwindenden Höhen und Weiten in ihren Abmessungen und Flugkurven im Vergleich zum spezialisierten Springreiten eher gering, die Schwierigkeit ergibt sich aus der Optik (z.B. mächtige Baumstämme, Holzstapel und feste Holzwände, teilweise fast freischwebend) und der Einbindung in Geländeunebenheiten (z.B. eine Wand von 1,20m, die sich unmittelbar hinter einem 1m tiefen Graben scheinbar über 2m hoch erhebt, Landung im oder Absprung aus dem Wasser, Graben in einer Senke mit Sprüngen im unmittelbaren Umfeld (coffin) oder Landepunkt auf anderer Höhe als der Absprung). Teilweise werden auch besondere Anforderungen an den Gehorsam gestellt, wenn das Pferd über einen sehr schmalen Sprung muss, an dem es an einer oder beiden Seiten bequem vorbeilaufen könnte, ohne die Strecke zu verlassen. Manche Hindernisse weisen eine reizüberflutende Optik auf, wie etwa Marktstände mit Obst und Blumen. In den letzten Jahren wird mit dem Einsatz von Hindernissen begonnen, deren Verbindungen bei einer bestimmten Belastung nachgeben oder manuell leicht demontierbar sind, um die Folgen schwerer Stürze zu begrenzen und gegebenenfalls die Rettung von gestürzten Reitern und Pferden erleichtern sollen. Üblich ist es bei schweren Strecken, den Reitern bei den besonders schwierigen Passagen zwei alternative Wege anzubieten, bei denen oft einer, der chicken way, technisch etwas geringere Anforderungen stellt, jedoch mehr Zeit zum Überwinden kostet, die an anderer Stelle wieder herausgeritten werden muss oder zu Strafpunkten führt. Dadurch kann der verantwortungsvolle Reiter seinen Weg an die individuellen Eigenschaften und die Tagesform seines Pferdes anpassen und Schwächen möglicherweise mit besonderen Stärken an anderer Stelle kompensieren.